RAINER OSTER

 

Affekt / Empfindung

 

Girolamo FRESCOBALDI
1583 - 1643

Toccata sesta (aus dem zweiten Buch der Toccaten)

Carl Philipp E. BACH
1714 – 1788

Sonate D-Dur, Wq 70/5, H 86
__ Allegro di molto
__ Adagio e mesto
__ Allegro

Girolamo FRESCOBALDI
1583 - 1643

Aria detta la Frescobalda
Prima Parte
Seconda Parte
Terza Parte: Gagliarda
Quarta Parte
Quinta Parte: Corrente
Corrente Prima
Corrente Seconda
Corrente Seconda – Alio Modo
Corrente Quarta
Corrente Quinta
Corrente Sesta

Carl Philipp E. BACH
1714 – 1788

Fantasie und Fuge c-moll, Wq 119,7

Girolamo FRESCOBALDI
1583 - 1643

 

__ Toccata Ottava die durezze e ligature
__ Canzona prima

Carl Philipp E. BACH
1714 – 1788

 

Sonate g-moll, Wq 70/6, H 87
__ Allegro moderato
__ Adagio
__ Allegro

 

Sonntag, 3. Juli, 20.00 Uhr
Pfarrkirche Schoppernau

Karten

Abendkasse oder Vorverkauf Bregenzerwald Tourismus: euro 10,-       
e-mail: information@tageauskunst.com

 

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Affekt und Empfindung
Wie Monteverdi die Vokalmusik (und Bühnenmusik) seiner Zeit revolutioniert hat, so hat der etwas jüngere Frescobaldi die Instrumentalmusik von Grund auf erneuert. Er entwickelte einen echten Instrumentalstil, losgelöst von vokalen Vorbildern und der Formenstrenge der Renaissance. Seine Musik lebt von großen Affektspannungen und dramatischen Kontrasten. Affekte, das sind die menschlichen Leidenschaften, Gefühlszustände, die in der Zeit des Frühbarock so kompromisslos wie noch nie musikalisch dargestellt wurden. In Frescobaldis Toccaten beispielsweise wechseln sich unterschiedlichste Abschnitte ab, oft angefüllt mit den für ihn typischen „durezze“, dissonanten Klängen, die freilich bei historischer mitteltöniger Temperatur noch viel schärfer klingen als bei gleichschwebend gestimmten Instrumenten. Kleingliedrigkeit und Abwechslungsreichtum sollten auch durch ein entsprechendes Spiel unterstrichen werden – dazu fordert der Komponist jedenfalls in seinem Vorwort unmissverständlich auf: die Spielart soll dem Takt nicht streng unterworfen sein, sondern dem Ausdruck. Über hundert Jahre später entwickelt der zweitälteste Bach-Sohn Carl Philipp Emanuel eine ähnlich kompromisslose Musiksprache – frei, voller harmonischer Spannungen und gegensätzlicher Affekte. In seinen „freyen Clavier-Fantasien“ hat er dies geradezu idealtypisch vorgeführt, doch auch seine Sonaten sind von demselben Geist erfüllt. An die Stelle der strengen barocken Form und der typisierten Affektdarstellung tritt der subjektive Ausdruck von individuellen Empfindungen. Das Zeitalter der Empfindsamkeit ist angebrochen – und Carl Philipp Emanuel Bach, der „Klopstock der Töne“ ist sein genialer Botschafter.
Nike Keisinger


Rainer Oster studierte an den Musikhochschule in Saarbrücken (Orgel bei Paul Schneider und Andreas Rothkopf) und Stuttgart (Solistenklasse Jon Laukvik). 1992 erhielt er den ersten Preis beim Internationalen Johann-Pachelbel-Wettbewerb der Orgelwoche Nürnberg, 1993 den Bachpreis der Landeshauptstadt Wiesbaden.
Als Musikerzieher, Dozent und freier Konzertorganist ist er international tätig. Zahlreiche Rundfunkproduktionen, Mitschnitte und Live-Konzerte bei verschiedenen ARD-Anstalten und bei Radio France, CD-Einspielungen bei BMG/Arte Nova und deutsche harmonia mundi.
Mit seinem 2002 gegründeten Ensemble Parlando spielte er die Orgelkonzerte und Sonaten von Carl Philipp Emanuel Bach, sowie eine Reihe der Cembalokonzerte von Johann Sebastian Bach ein.

 

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