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Carl
Philipp E. BACH
1714 1788
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Sonate g-moll, Wq 70/6, H 87
__ Allegro moderato
__ Adagio
__ Allegro
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Affekt und Empfindung
Wie Monteverdi die Vokalmusik (und Bühnenmusik) seiner Zeit revolutioniert
hat, so hat der etwas jüngere Frescobaldi die Instrumentalmusik
von Grund auf erneuert. Er entwickelte einen echten Instrumentalstil,
losgelöst von vokalen Vorbildern und der Formenstrenge der Renaissance.
Seine Musik lebt von großen Affektspannungen und dramatischen
Kontrasten. Affekte, das sind die menschlichen Leidenschaften, Gefühlszustände,
die in der Zeit des Frühbarock so kompromisslos wie noch nie musikalisch
dargestellt wurden. In Frescobaldis Toccaten beispielsweise wechseln
sich unterschiedlichste Abschnitte ab, oft angefüllt mit den für
ihn typischen durezze, dissonanten Klängen, die freilich
bei historischer mitteltöniger Temperatur noch viel schärfer
klingen als bei gleichschwebend gestimmten Instrumenten. Kleingliedrigkeit
und Abwechslungsreichtum sollten auch durch ein entsprechendes Spiel
unterstrichen werden dazu fordert der Komponist jedenfalls in
seinem Vorwort unmissverständlich auf: die Spielart soll dem Takt
nicht streng unterworfen sein, sondern dem Ausdruck. Über hundert
Jahre später entwickelt der zweitälteste Bach-Sohn Carl Philipp
Emanuel eine ähnlich kompromisslose Musiksprache frei, voller
harmonischer Spannungen und gegensätzlicher Affekte. In seinen
freyen Clavier-Fantasien hat er dies geradezu idealtypisch
vorgeführt, doch auch seine Sonaten sind von demselben Geist erfüllt.
An die Stelle der strengen barocken Form und der typisierten Affektdarstellung
tritt der subjektive Ausdruck von individuellen Empfindungen. Das Zeitalter
der Empfindsamkeit ist angebrochen und Carl Philipp Emanuel Bach,
der Klopstock der Töne ist sein genialer Botschafter.
Nike Keisinger
Rainer Oster
studierte an den Musikhochschule in Saarbrücken (Orgel bei Paul
Schneider und Andreas Rothkopf) und Stuttgart (Solistenklasse Jon Laukvik).
1992 erhielt er den ersten Preis beim Internationalen Johann-Pachelbel-Wettbewerb
der Orgelwoche Nürnberg, 1993 den Bachpreis der Landeshauptstadt
Wiesbaden.
Als Musikerzieher, Dozent und freier Konzertorganist ist er international
tätig. Zahlreiche Rundfunkproduktionen, Mitschnitte und Live-Konzerte
bei verschiedenen ARD-Anstalten und bei Radio France, CD-Einspielungen
bei BMG/Arte Nova und deutsche harmonia mundi.
Mit seinem 2002 gegründeten Ensemble Parlando spielte er die Orgelkonzerte
und Sonaten von Carl Philipp Emanuel Bach, sowie eine Reihe der Cembalokonzerte
von Johann Sebastian Bach ein.
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