ALEXANDER MOOSBRUGGER

 

 

Improvisation / Intonationsmusiken

A. MOOSBRUGGER
1972

Codex Faenza, 15 Jh.
Intonationen, Kyrie-Improvisation*

J. J. FROBERGER
1616-1667

Suite XXX in a
Plainte faite à Londres pour passer la Melancholie, laquelle se joue
lentement avec discrétion – Gique – Courante – Sarabande

Dietrich BUXTEHUDE
1637-1707

Praeludium in d, BuxWV 140
Toccata in d, BuxWV 155

A. MOOSBRUGGER
1972

Biographiearbeiten 1, Improvisation

F. Correa de ARAUXO
um 1575-1654

Tiento de quarto tono
aus dem Libro de Tientos y Discursos de Música Práctica y Theórica
de Organo intitulado Facultad Orgánica (Alcalá, 1626)

Dietrich BUXTEHUDE
1637-1707

Ciacona in e, BuxWV 160

A. MOOSBRUGGER
1972

Biographiearbeiten 2, Improvisation mit Live-Elektronik

Johann S. BACH
1685-1750

Orgelchoral An Wasserflüssen Babylon, BWV 653b**
a 5 parti con 2 tastiere e pedale doppio, Urfassung Weimar

György LIGETI
1923

 

Volumina, revidierte Fassung 1966

* Sie hören die Alternatimaufteilung der Ordinarium-Sequenz Kyrie / Gloria in einer Überlagerung von Kyrie-Sätzen, zum Teil vom Band eingespielt, dazu Cluster und Materialschichten mit neuen Motiven.

** An Wasserflüssen Babylon, da saßen wir mit Schmerzen; als wir gedachten an Zion, da weinten wir von Herzen. Wir hingen auf mit schwerem Mut / die Harfen und die Orgeln gut / an ihre Bäum der Weiden, die drinnen sind in ihrem Land, da mußten wir viel Schmach und Schand / täglich von ihnen leiden.

 

Montag, 1. August, 20 Uhr
Pfarrkirche Egg-Großdorf

Karten

Abendkasse oder Vorverkauf Bregenzerwald Tourismus: euro 10,-       
e-mail: information@tageauskunst.com

 


Eine Intonation gibt Tonart und Affekt für nachfolgende Gesänge / Inhalte vor, ist bedingt motivgebunden und aktualisiert in systematischer Hinsicht ein Beziehungsfeld. Improvisationen, z.T. mit Live-Elektronik und Bandzuspielung, versuchen diese Praxis zu überspannen, indem die Funktion der Vorbereitung gelöscht, d.i. auf das volle Maß gedehnt wird. Freie, improvisatorische Teile wechseln mit motivischen, kontrapunktisch gearbeiteten Passagen – der stylus phantasticus Dietrich Buxtehudes führt idealtypisch vor, wie musikalische Einfälle in ihrer Dosierung die volle Intention entfalten. Praeludium und Toccata in d halten Wirkungsgrade von durezze e ligature, Fugato, metrisch freier Spielart – Notation ohne Taktstriche – et cetera kraftvoll gegeneinander, im Praeludium ist die fünfteilige kompositorische Anlage symmetrisch disponiert. Eine Wiederkehr des Gleichen im Bass (Ciacona in e) erlaubt und provoziert die Veränderung in den oberen Stimmen, Entwicklungen, Variationen; neue, fortlaufende Ideen kontextualisieren den musikalischen Spracherwerb auf der Folie eines Korrektivs aus Kontinuität. Die unterschiedlichen Form- und Satztypen einer Suite bringen Verkettungen ganz anderer Art ins Spiel mit je eigenen, durch ihre jeweilige Umgebung mit-bestimmten Affektwelten. „– alle Welt improvisirt ihren Tag.“ Nietzsche, la gaya scienza

Alexander Moosbrugger, Organist und Komponist, 1972 im Bregenzerwald geboren. Studierte Orgel und Cembalo am Landeskonservatorium Feldkirch (Prof. Günther Fetz), dann Orgel bei Jon Laukvik an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Beim Bundeswettbewerb „Podium junger Künstler“ wurde ihm der Erste Preis in der höchsten Wertungsgruppe zuerkannt. Mehrere Begabten- und Leistungsstipendien, diverse Auszeichnungen, darunter der Internationale Bodenseepreis 2003 Sparte Zeitgenössische Komposition. Orgel-Meisterkurse bei Ewald Kooiman (Amsterdam), Guy Bovet (Basel), Michael Radulescu (Wien), Ludger Lohmann (Stuttgart), Jean Boyer (Lyon). Kompositionsseminare in Wien, Stuttgart, Berlin. 1995 Abschluss Konzertfach Orgel mit Auszeichnung. 1998 Künstlerische Diplomprüfung in Stuttgart, im selben Jahr absolvierte Alexander Moosbrugger sein Philosophie- und Musikwissenschaftsstudium an der Universität Wien, ebenfalls mit Auszeichnung. Dissertation zum „Hören“ an der HU Berlin (in Arbeit). Orgelabende in vielen Ländern Europas beweisen ein reiches Repertoire, das von Alter und ältester Musik zu Kompositionen unserer Zeit reicht und neben eigenen Werken Improvisationen einbindet, Uraufführung mehrerer Orgelstücke. Für den ORF entstanden Aufnahmen, Live-Übertragungen, Organistenportraits, auch Sendungen mit eigenen Werken. CD-Einspielung. Kompositionen für verschiedene Besetzungen. Zu den Interpreten seiner Werke zählen das Klangforum Wien, das Arditti String Quartet, Mitglieder der Wiener Symphoniker, des Concerto Köln oder des Münchner Kammerorchesters, Herbert Henck sowie das „ensemble recherche“. Alexander Moosbrugger ist Initiator und künstlerischer Leiter der reihe 0, tage aus kunst, lebt freischaffend in Berlin und Schoppernau.

 

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