HERBERT HENCK

 

Vikariat der Sinne

Josef M. HAUER
1883–1959

Klavierstücke mit Überschriften nach Worten von Friedrich Hölderlin op. 25, 1923, Herrn Erich Köchert zugeeignet

1. Deine Wellen umspielten mich. (Der Nekar)*
2. Um die grauen Gewölke streifen rötliche Flammen dort. (Des Morgens)
3. Seid gegrüßt, ihr zufluchtsvollen Schatten, ihr Fluren, die ihr einsam um mich ruht! (Die Nacht)
4. Ihr Wälder schön an der Seite am grünen Abhang gemalt. (Der Spaziergang)
5. Lächelnd über Silberwolken neigte sich segnend herab der Äther. (<Geh unter, schöne Sonne>)
6. Wohl gehn Frühlinge fort, ein Jahr verdränget das andre. (Menons Klagen um Diotima)
7. In seiner Fülle ruhet der Herbsttag nun. (Mein Eigentum)
8. Wo die Meerluft die heißen Ufer kühlt und den Lorbeerwald durchsäuselt. (Der Nekar)
9. Vom Himmel lächelt zu den Geschäftigen durch ihre Bäume milde das Licht herab. (Mein Eigentum)
10. Doch, wie Rosen, vergänglich war das fromme Leben. (Mein Eigentum)
11. Die Schwärmerische, die Nacht, kommt voll mit Sternen. (Brod und Wein)
12. Anmut blühet, wie einst. (Heimkunft)
13. Verloren ins weite Blau. (Hyperion, Fragmente)
14. Aber schwer in das Tal hing die gigantische, schicksalskundige Burg, nieder bis auf den Grund von den Wettern zerrissen. (Heidelberg)
15. Beweglicher eilt schon die wache Quelle. (Des Morgens)
16. Und ihr drängt euch aus der kräftigen Wurzel. (Die Eichbäume)

* In Klammern die Werke Hölderlins, aus denen Hauer die Überschriften wählte.

 

A. MOOSBRUGGER
1972

books, Encore für Klavier, 2005, UA

 

Magne HEGDAL
1944

HERBARIUM II, aus 57 Piano Flowers, 1974 / 2002

Familia I: 1 Medium – 2 Alea – 3 – 4 Primula – 5 – 6 – 7 Nota
Familia II: 8 – 9 – 10 – 11 – 12 – 13 Triangulum – 14 Axis – 15
Familia III: 16 Linea – 17 – 18 – 19 – 20 Margines – 21 – 22 – 23 Dimidium – 24 Imago – 25
Doubles and Variants, ÖEA: 53 – 54 – 55 – 56 – 57

 

Johann L. TREPULKA
1903–1945

Klavierstücke mit Überschriften nach Worten von Nicolaus Lenau op. 2, veröffentlicht 1924, vermutlich ÖEA

I. Und mit den Wellen ziehen verhüllte Melodieen. (Waldlieder)**
II. O rüttle nicht den Stolz vom Schlummer! (An)
III. Weil’ auf mir, du dunkles Auge! (Bitte)
IV. Frühling kommt mit Duft und Gesang und Liebe. (Sehnsucht nach Vergessen)
V. O Menschenherz, was ist dein Glück? (Frage)
VI. Schlaf, melodischer Freund, woher die Flöte? (Waldlieder)
VII. Im Osten hebt sich der klare Mond, und Gott bedecket den Himmel mit Sternen. (Wunsch)

** In Klammern die Werke Lenaus, aus denen Trepulka die Überschriften wählte.

 


 

Donnerstag, 1. September, 20 Uhr
Landesbibliothek Bregenz, Kuppelsaal

Karten

Abendkasse oder Vorverkauf Bregenzerwald Tourismus: euro 12,-       
e-mail: information@tageauskunst.com

 


 

 

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Herbert Henck zählt zu den bedeutenden Interpreten für Klaviermusik der Moderne, er spielt in Konzerten fast ausschließlich Musik des 20. Jahrhunderts, rund fünfzig Werke brachte er zur Uraufführung, ebenso viele Schallplatten / CDs nahm Herbert Henck auf. Schriften zur Musik begleiten seine künstlerische Arbeit.

An Büchern erschienen von Henck unter anderem: Karlheinz Stockhausens Klavierstück X, Ein Beitrag zum Verständnis serieller Kompositionstechnik (Herrenberg 1976, 2. Auflage und englische Übersetzung: Köln 1980). Reise nach Lateinamerika (Bergisch Gladbach 1988 [Privatdruck]). Experimentelle Pianistik; Improvisation, Interpretation, Komposition; Schriften zur Klaviermusik (1982 bis 1992) (Mainz: Schott, 1994). Fürsprache für Hauer, Hermann Heiß und die Hintergründe eines Briefes von Thomas Mann an Ellie Bommersheim im Jahre 1949 (Deinstedt: Kompost-Verlag, 1998). Im Sommer 2004 erschien das Buch Klaviercluster als Band 9 der Reihe Signale aus Köln im Lit-Verlag, Münster; seit 1998 ist das Buch Hermann Heiß, Nachträge einer Biographie in Arbeit.

Von 1980 bis 1985 gab Henck im eigenen Verlag (Neuland Musikverlag, Köln, später Bergisch Gladbach) die auf fünf Bände angelegte Jahrbuchreihe Neuland, Ansätze zur Musik der Gegenwart heraus, für die 130 Autoren aus aller Welt Beiträge zur Verfügung stellten.
Master Classes, Vorträge und Workshops u. a. in Alcalá de Henares, Barcelona, Bern, Bremen, Buenos Aires, Canberra, Darmstadt (mehrfach Internationale Ferienkurse und Frühjahrstagung des Instituts für neue Musik und Musikerziehung), Den Haag, Freiburg i. Br., Göteborg, Köln, Medellín, Melbourne, Mexico City, Paris, Riga, Saarbrücken, Stuttgart, Sydney, Toulouse, Vilnius, Wellington.

Für das Kulturamt der Stadt Bonn konzipierte Henck 1986 das Charles-Ives-Festival The Unanswered Question, 1987 für den Westdeutschen Rundfunk Köln die Konzertreihe Ives & Co. in Duisburg und 1988 (zusammen mit Wolfgang Becker-Carsten) das Festival Musik und Maschine, Nancarrow und Ligeti in Köln. Für das Klavierfestival Ruhr 2003 stellte er eine Hommage à Jean Barraqué zusammen.
Henck nahm bisher über fünfzig Platten / CDs auf, unter anderem Klavierwerke von George Antheil; die beiden Teile von Johann Sebastian Bachs »Wohltemperiertem Klavier«; Klarenz Barlows Ço_luotobüsi_letmesi; Jean Barraqués Sonate; die drei Klaviersonaten von Pierre Boulez; John Cages Sonatas and Interludes, Music of Changes, Cheap Imitation, Music for Piano 1–84 und frühe Klavierwerke; drei Klavierzyklen von Georges Ivanovich Gurdjieff und Thomas de Hartmann; die vier überlieferten Klaviersonaten von Norbert von Hannenheim; Klavierwerke von Josef Matthias Hauer; von Magne Hegdal Herbarium II; die zwei Sonaten, Klavierstücke und vier Violinsonaten von Charles E. Ives; Charles Koechlins Les Heures Persanes; späte Klavierwerke von Franz Liszt; Federico Mompous Música Callada; Klavierwerke von Alexander Mossolow und Conlon Nancarrow; Hans Ottes Das Buch der Klänge; Arnold Schönbergs Klavierwerke und Fragmente aus dem Nachlass; Karlheinz Stockhausens Klavierstücke I–XI und Goldstaub; Johann Ludwig Trepulkas Klavierstücke op. 2; Walter Zimmermanns Beginner’s Mind und Einspielungen von Werken Günther Beckers, John McGuires und Tilo Medeks.

Seit 1984 veröffentlichte Henck sieben Platten mit Klavierimprovisationen (Improvisationen I, II, III und IV sowie die Ziegenhainer Klangparade (Klavier zu vier Händen, zusammen mit Jutta Riedel-Henck). Im April 2003 erschienen auf der ECM-Produktion Locations die zwei Serien seiner Festeburger Fantasien zusammen mit einer Neuaufnahme von Cages Sonatas and Interludes (2 CDs).
Weitere Informationen sind unter www.herbert-henck.de abrufbar.

 

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