Für ihren Beginn im vergangenen Jahr war es der reihe 0 um eine Hörreise zu tun, in erster Linie um das Hören als Musik. Dem zur Seite standen mehrere Weiterungen sowie nach und nach entworfene Plateaus aus Sprache-Text-Lesung, in Bild und verschiedenen Umgebungen des Denkens: Komposition, Philosophie, Musikwissenschaft. Daran schließt die heurige reihe 0 mit einem konzentrierten Programm im Herbst, das vor allem und besonders den Gesichtspunkt ANFÄNGE betont.
Anfänge sind (im engen Sinn kunst/kulturgeschichtlich, genauso in einer umfassenden Annahme) erst möglich und grundlegend als das in sich künstlerische Leben subjektiver Wachsamkeit. Neben anderen geben Musica Antiqua Köln, Kontraste Köln, das Ensemble Contrechamps vielfältige Aspekte des Anfangs zu hören. Es finden neue Formen, Gattungen, Satztypen, sich ablösende Kompositionstechniken und Praxen ihre Beachtung, ton-zentrale Wendungen und Verschiebung.

Das Programm thematisiert Wurzeln abendländischer Musikkultur, eine Entwicklung frühester Mehrstimmigkeiten, spürt Paradigmenwechseln nach, leisen und harten Schnitten, dem Bruch in Stilepochen; andere Anfänge kommen als Einzelnes, Loses zutage, bestimmen ereignishaft den Kompositionsprozeß selbst, machen das Werk im Innern aus und die Zeit, in der es
geschrieben steht.
Solche Ausgangspunkte ergänzen Jan Knopf und Mitglieder des Berliner Ensembles in zwei Brecht-Lesungen: O Lust des Beginnens! In einer Filmnacht sehen Sie das Ergebnis aus der Zusammenarbeit zwischen Herbert von Karajan und Henri-Georges Clouzot – Orientierungsmarken für den Musikfilm. Der nächste Anfang begibt sich auf ein Stück Weg unter Tag: Tunnelmusik, uraufgeführt durch das Arditti Quartet.
Sie sind herzlich zur reihe 0 eingeladen.

Alexander Moosbrugger
Initiator und künstlerischer Leiter